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Dominique Strauss-Kahn und sein "moralischer Fehler"

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Dominique Strauss-Kahn und sein "moralischer Fehler"

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13 Millionen Zuschauer wollten am Sonntagabend auf Frankreichs größtem Privatsender sehen, was Dominique Strauss-Kahn bei seinem ersten Fernsehauftritt daheim zu sagen hat. Bis zur verhängnisvollen Begegnung mit einem Zimmermädchen im New Yorker Hotel “Sofitel” hatte er als möglicher Präsidentschaftskandidat der Linken gegolten – bis zu jenem “moralischen Fehler”, den er nun einräumt. Im LIVE-Interview sagte er, der Staatsanwalt habe eine strafbare Handlung ausgeschlossen. Im Beschluß der Staatsanwaltschaft zur Einstellung des Verfahrens steht aber nur, die Vorwürfe der Klägerin könnten nicht zweifelsfrei bewiesen werden. Das ist ein Unterschied. DSK, wie er in Frankreich genannt wird, wurde keineswegs freigesprochen.

Der Staatsanwalt verzichtete vielmehr auf eine Anklage wegen zu vieler Widersprüche in den Aussagen der Klägerin. Das Zimmermädchen aus dem westafrikanischen Guinea hatte offensichtlich schon bei der Einwanderungsbehörde zur eigenen Vergangenheit nicht die Wahrheit gesagt.

“Er sagte in diesem Bericht, sie präsentierte verschiedene Versionen des Geschehens, er sagte, sie habe praktisch bei jeder Befragung gelogen”.

So fasste DSK den Bericht des Staatsanwalts zusammen.

Im Text der Staatsanwaltschaft steht: “Art und Anzahl der falschen Angaben der Klägerin lassen Zweifel an ihrer Darstellung des Ablauf zu.”

Und dann kam DSK auch noch auf die schon im Mai in Frankreich viel diskutierte Möglichkeit zu sprechen, da könnte ihm jemand eine Falle gestellt haben. Er verwies dazu auf S.12 des Berichtes, wo der Staatsanwalt vermerkt, der Anwalt der Klägerin habe über “Bewegungen” im Hotel gesprochen.

Auf die Zwischenfrage nach einem Komplizen antwortete DSK, davon sei gesprochen worden.

Im Bericht steht, der Anwalt der Klägerin habe gemeint, die Zimmertür könnte auch von jemanden geöffnet worden sein, dessen Chipkarte nicht im Hotel registriert wurde

Seine Sorgen ist der vor Monaten noch so hoffungsvolle Politiker noch lange nicht los.

Daheim hat eine Französin Anzeige erstattet wegen versuchter Vergewaltigung vor acht Jahren.