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Fahrendes Volk noch bis Freitag geduldet

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Fahrendes Volk noch bis Freitag geduldet

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Die Fahrenden in Basildon in der Nähe von London freuen sich. Sie dürfen auf Grund einer Gerichtsentscheidung bis Freitag in ihrem Lager Dale Farm bleiben. Die sogenannten “Irish Travellers” (etwa 50.000 weltweit) sind ein fahrendes Volk mit Wurzeln in Irland.

Kathleen McCarthy lebt seit Jahren in ihrem Wohnwagen hier. Sie sagt: “Diese Gerichtsentscheidung hilft uns sehr. Vielleicht sehen die Behörden jetzt, dass wir Menschen sind, und dass das, was man uns antut, nicht in Ordnung ist. Vielleicht reicht die Zeit bis Freitag, damit wir unser Anliegen vor ein Europäisches Gericht bringen können.”

Die Travellers sind eine Minderheit; wie die Roma sind sie ohne eigenes Land. Sie leben von Gelegenheitsjobs und sind Diskriminierung ausgesetzt.

Einer der Fahrenden ist verwundert, dass es doch Menschen gibt, die sich für ihn und seine Minderheit einsetzen. Er meint: “Wir freuen uns, dass so viele Menschen uns helfen. Das sind wir nicht gewohnt. Das ist wunderbar. Das gab es noch nie.”

Vor allem die anglikanische und die katholische Kirche und Menschenrechtsverbände unterstützen die Fahrenden.

Die Travellers hatten das Gelände vor zehn Jahren gekauft. Anwohner protestierten und klagten schließlich wegen Verstößen gegen das Baurecht.

Die meisten der überwiegend streng katholischen Travellers leben in Irland, Nordirland und Großbritannien, rund 10.000 auch in den USA.

Die Dale Farm, gut 50 Kilometer von London entfernt, gilt als das größte Camp der Traveller in Großbritannien. Hier leben an die 400 Menschen.

Was am Freitag geschieht, ist unklar. Ein Behördensprecher sagte, es werde keine Gewalt geben. Man sei an einer geordneten Räumung interessiert. Die Travellers sagen, sie wissen nicht wohin.