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Landfahrerlager darf vorerst nicht geräumt werden

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Landfahrerlager darf vorerst nicht geräumt werden

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Die bevorstehende Räumung eines Landfahrerlagers in der südostenglischen Grafschaft Essex ist am Montag durch eine einstweilige Anordnung des High Court bis Freitag gerichtlich untersagt worden. Die Bewohner haben sich in dem Lager verbarrikadiert.

“Die einzige friedliche Lösung ist, dass wir neue Wohnungen erhalten. Nicht aus Stein und Mörtel. Wir wollen wie Landfahrer leben. Wir sind Zigeuner. Warum läßt man uns nicht wie Zigeuner leben?”, klagt Mary Slattery.

Dale Farm in Basildon, vor den Toren Londons ist das wohl größte Lager für “fahrendes Volk” in Europa. Rund 1000 Menschen leben dort. Für etwa die Hälfte des Lagers besteht keine Baugenehmigung. Dieser Teil soll geräumt werden. Betroffen sind bis zu 400 Personen.

“Es geht um die Rechtslage. Es wurden Verbrechen begangen. Es geht um Gerechtigkeit, darum, dass man erst eine Baugenehmigung beantragt. Aber wir behalten auch die humanitäre Lage im Auge”, sagt der Chef der Stadtverwaltung von Basildon, Tony Ball.

Der Fall hatte internationales Aufsehen erregt. Die UN-Kommission gegen Rassendiskriminierung hat die Räumung des Lagers als “unverhältnismäßig” kritisiert. Die zuständigen anglikanischen und katholischen Bischöfe setzten sich für die Landfahrer ein.

Nach einem zehnjährigen Rechtsstreit hatte die zuständige Kommunalverwaltung vor dem High Court Recht bekommen und den Bewohnern des illegalen Teils des Lagers eine Frist gesetzt, die heute abläuft. Einige Familien haben vor Ablauf der Frist das Lager freiwillig verlasen.