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Athen: Schülerdemonstration gegen Sparpakete

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Athen: Schülerdemonstration gegen Sparpakete

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Hunderte Schüler haben in der griechischen Hauptstadt Athen gegen die Sparmaßnahmen der Regierung protestiert. Der Staat, der kurz vor dem Bankrott steht, versucht derzeit, an allen Ecken und Enden zu sparen, um die Auflagen der EU-Troika zu erfüllen. Viele Familien allerdings haben wegen der Sparpakete bereits deutliche Probleme, ihren Alltag zu bewältigen. “Unser Leben ist die Hölle geworden”, erzählt ein Demonstrant. “Unsere Eltern wurden entlassen oder bekommen weniger Lohn und jetzt können wir für Dinge wie Lebensmittel oder Elektrizität nicht mehr bezahlen. An den Schulen gibt es zu wenig Lehrer, es gibt auch keine Schulbücher, es hieß, es sei kein Geld da, um welche zu drucken.” Stattdessen gab es für die Schüler zu Beginn des neuen Schuljahrs nur CDs – und eben diese CDs warfen die Demonstranten aus Protest nun gegen die Mauern des Parlaments.

Überhaupt hat die griechische Schuldenkrise das Leben für viele Jugendliche unerträglich gemacht. “Alle gehen ins Ausland, um dort Arbeit zu finden”, sagt eine junge Frau nachdenklich. Ich weiß nicht, ob das eine Lösung ist, aber irgend etwas muss man ja tun. Viele wählen diesen Weg und es gibt wirklich keinen Grund, zurückzukommen.” Eine andere Passantin plant bereits ihre Emigration: “Ich möchte weggehen, denn ich glaube nicht, dass es in Griechenland noch eine Zukunft gibt.” Die Aussichten für junge Menschen sind tatsächlich düster: Die Steuern steigen, die Arbeitsplätze werden knapp, die Löhne sinken. Manche Jugendliche entfliehen diesem tristen Alltag auf andere Weise: im Drogenrausch.