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EU-Lebensmittelhilfe für Arme wackelt

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EU-Lebensmittelhilfe für Arme wackelt

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Millionen von Bedürftigen Europas wird geholfen. Es gibt wohltätige Organisationen, die Lebensmittel verteilen, in Form von Nahrungskörben oder Tafeln. Mehr als 43 Millionen Menschen leben am Existenzminimum. Die Lebensmittelhilfen werden seit nahezu 25 Jahren aus dem Agrarhaushalt finanziert. Für das kommende Jahr waren Hilfen im Wert von 500 Millionen Euro vorgesehen. Diese Summe könnte aber auf einen Bruchteil – nur etwas mehr als 110 Millionen Euro – schrumpfen. Grund dafür ist ein Streit der Agrarminister der Europäischen Union. “Wenn uns Mehl, Milch, Teigwaren fehlen, wird es sehr schwierig”, so Simone Galand, Chefin einer Brüsseler Wohltätigkeitsorganisation. “Es wird uns viel Kraft kosten, das alles aufzutreiben.” Im Winter kann diese Organisation täglich bis zu 600 Mahlzeiten anbieten. Daniel, einst ein Bedürftiger und heute einer der Helfer sagt: “Selbst jetzt kann es vorkommen, dass es uns an manchem fehlt und dass größere Familien statt zwei nur ein Liter Milch bekommen.” Die Krux ist, dass bisher Lebensmittelüberschüsse Grundlage der Hilfen war. Diese Überschüsse sind jedoch kleiner geworden. Die Vorschläge der Kommission zur Lösung des Problems werden von mehreren Staaten blockiert, darunter Deutschland und Großbritannien. “Sozialpolitik liegt in der Kompetenz der Mitgliedsstaaten und dorthin gehört sie auch”, so der britische Landwirtschaftsminister Jim Paice. Den gleichen Standpunkt vertritt Deutschland. Möglicherweise werden die Hilfen auch Mitte Oktober beim EU-Gipfel diskutiert.