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Libysche Aufständische rennen weiter gegen Gaddafi-Hochburgen an

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Libysche Aufständische rennen weiter gegen Gaddafi-Hochburgen an

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Die libyschen Aufständischen rennen weiter gegen die letzten Hochburgen von Muammar Gaddafi an.

Das betrifft Gaddafis Heimatstadt Sirte, wo auch NATO-Flugzeuge im Einsatz sind, ebenso wie die Stadt Bani Walid. Die NATO versucht jetzt außerdem über Funk, die Anhänger des gestürzten Machthabers zum Aufgeben zu bewegen.

Vor allem vor Bani Walid kommen die Aufständischen nicht voran. Die zusammengewürfelten Kämpfer handeln oft nur auf eigene Faust, ohne Befehlen zu folgen. Die eigentlichen Truppen der Rebellen haben sich nach ihrer Niederlage vom Freitag vorerst zurückgezogen.

Dass die Aufständischen auch nicht mit der angekündigten Regierungsbildung vorankommen, liegt offenbar an Streitigkeiten zwischen einzelnen Gruppen. So geht es zwischen ihnen um das Amt des Regierungschefs und um wichtige Ministerposten.

Die Aufständischen aus der Stadt Misrata, von denen besonders viele in den Kampf gegen die Gaddafi-Truppen gezogen waren, wollen den Ministerpräsidenten stellen. Sie schlagen dafür Abdurrahman Suwaihly vor. Er hat sich als lokaler Anführer der Rebellen hervorgetan.

Das würde aber die Pläne von Mahmud Dschibril durchkreuzen, der bislang als Vorsitzender des sogenannten Exekutivrats so etwas wie ein amtierender Regierungschef war. Dschibril will in der ersten offiziellen Übergangsregierung angeblich sowohl Ministerpräsident als auch Außenminister sein.

Zu den Gruppen, die sich nicht ausreichend berücksichtigt fühlen, gehört auch die Moslembruderschaft. Ein Sprecher sagte, bislang habe sich niemand vom Übergangsrat oder vom Exekutivrat offiziell an die Moslembrüder gewandt, obwohl diese ebenso ein Teil der libyschen Gesellschaft seien wie andere Gruppierungen.