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S&P stuft Italien herab - Berlusconi tobt

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S&P stuft Italien herab - Berlusconi tobt

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Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Als Grund gaben die Analysten die angeschlagene Regierung in Rom und die träge Wirtschaft des Landes an. Die Sparmaßnahmen reichten nicht aus, um gegenzusteuern.

In punkto Kreditwürdigkeit rangiert Italien, die drittgrößte Wirtschaft der Europäischen Union, jetzt hinter der Slowakei.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ließ das nicht auf sich sitzen. Er warf der Ratingagentur Realitätsverlust vor und unterstellte ihr politische Motive.

Für die italienische Opposition ist die Herabstufung ein weiterer Beweis dafür, dass Berlusconis Amtszeit abgelaufen ist. Pier Ferdinando Casini von der Union der Mitte erklärte: “Es gibt ein Problem mit der politischen Glaubwürdigkeit Italiens. Die Ratingagenturen berücksichtigen das natürlich. Denn die Analysten diskutieren über den Mangel an Glaubwürdigkeit der Regierung und über die Unwirksamkeit des Sparpakets.”

Die italienischen Arbeitgeber haben die Nase voll, eine Lachnummer zu sein. Ihre Verbandspräsidentin, Emma Marcegaglia,

verlangte von Berlusconi, endlich mutige Reformen anzugehen oder seinen Hut zu nehmen: “Entweder diese Regierung verabschiedet seriöse und auch unpopuläre Maßnahmen, die den Märkten eine klare Botschaft senden, oder diese Regierung muss zurücktreten.”

Der französische Außenminister Alain Juppe stellte sich hinter Italien und kritisierte den Einfluss und die mangelnde Transparenz der Ratingagenturen. Europa solle sich ihrer Diktatur nicht unterwerfen, so Juppe.