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Keine Gnade für Todeshäftling Troy Davis

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Keine Gnade für Todeshäftling Troy Davis

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Zwanzig Jahre nach seiner Verurteilung zum Tode wird der Amerikaner Troy Davis nun hingerichtet. Der Begnadigungsausschuss im Bundesstaat Georgia lehnte sein Gnadengesuch ab. Davis soll 1989 Mark MacPhail erschossen haben, einen Polizisten außer Dienst; Bürgerrechtler sehen die Verurteilung kritisch.

Es gebe ernsthafte Zweifel an Davis’ Schuld, sagt Laura Moye, die Vertreterin von Amnesty International. Man habe gehofft, dass der Ausschuss eine letzte Absicherung vor der Hinrichtung sein könne, wenn alles andere versagt habe.

Indizienbeweise für Davis’ Schuld gab es im Prozess nicht, auch keine Tatwaffe. Mehrere Belastungszeugen haben ihre Aussagen von damals geändert oder widerrufen.

Die Verwandten des Getöteten begrüßen aber, dass es nun bei der Hinrichtung bleibt. “Wir sind Opfer”, sagt die Witwe Joan MacPhail-Harris; “22 Jahre lang mussten wir mit all dem fertigwerden. Wir brauchen jetzt Gerechtigkeit.” Und sein Sohn Mark sagt: “Mein

Vater hatte nie die Chance, sich zu äußern. Man hat ihn uns zu früh genommen.”

Davis beteuert schon immer seine Unschuld. Bereits mehrmals war in den letzten Jahren die Hinrichtung aufgeschoben worden. Alle Gerichte, die den Fall überprüften, hielten aber an dem Todesurteil fest. Das jetzige Gnadengesuch war seine letzte Möglichkeit. Heute abend soll Troy Davis nun sterben.