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Prozess gegen Forscher nach Erdbeben von L'Aquila

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Prozess gegen Forscher nach Erdbeben von L'Aquila

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Wegen des Erdbebens von L’Aquila vor zweieinhalb Jahren stehen sieben Männer jetzt vor Gericht: Wissenschaftler und Vertreter des italienischen Zivilschutzes.

Die Männer saßen in einer staatlichen Kommission, die Risiken wie durch ein solches Erdbeben beurteilen soll. Laut Anklage haben sie damals die Bevölkerung in der Gegend in falsche Sicherheit gewiegt.

Es sei kein Prozess gegen die Wissenschaft, wie Kritiker das darstellten, sagt Wania Della Vigna, eine Anwältin der Opfer. Es sei kein Fall wie der von Galileo Galilei: Sondern es gehe um mögliches Fehlverhalten dieser Wissenschaftler, die noch knapp eine Woche vor dem Beben zusammengesessen hätten.

Bei dem Erdbeben kamen mehr als dreihundert Menschen ums Leben; Zehntausende wurden obdachlos. Die Angeklagten waren noch sechs Tage vor dem Beben zu dem Schluss gekommen, dass trotz vieler kleiner Erschütterungen ein starkes Beben unwahrscheinlich sei – wenn auch nicht auszuschließen. In Interviews nach ihrem Treffen äußerten sie sich beschwichtigend.

Die Anklage spricht von ungenauen, unvollständigen und widersprüchlichen Angaben. Sie wirft den Männern fahrlässige Tötung und Körperverletzung vor. Die Angeklagten verteidigen sich damit, dass Erdbeben nun einmal nicht vorherzusagen seien.