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Berlin: Missbrauchsopfer demonstrieren gegen Papst

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Berlin: Missbrauchsopfer demonstrieren gegen Papst

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Der Papstbesuch sorgt in Berlin für Kontroversen: Am Brandenburger Tor versammelten sich am Donnerstag rund 100 ehemalige Heimkinder und Missbrauchsopfer, um gegen den Besuch von Benedikt XVI. zu demonstrieren. Die Vorsitzende und Gründerin des Opfernetzwerks SNAP, Barbara Blaine, ist überzeugt, dass die Kirche nicht aus ihren Fehlern gelernt hat. “Unserer Meinung nach haben die Vertreter der katholischen Kirche viel zu schwach reagiert”, sagt sie. “Wir glauben, dass die Kirche die Täter weiterhin beschützt und Kinder überall auf der Welt gefährdet.” Peter Brinkmann, Sprecher der deutschen Initiative “Kinder in Heimen”, ist selbst ein Betroffener. “Die Zahlungen der Kirche stehen in keinem Verhältnis zu dem, was die Menschen erlebt haben”, meint er. “Ich leide seit 40 Jahren unter einem fünfjährigen Missbrauch durch einen katholischen Priester und das kann nicht durch Geld beseitigt werden.”

Im Lauf seines Deutschland-Aufenthalts soll Benedikt XVI. auch mit Missbrauchsopfern zusammenkommen. Wo und wann dieses Treffen stattfindet, ist allerdings geheim. Aus dem Vatikan hieß es als Begründung, die Diskretion solle gewahrt und die Würde der Opfer nicht verletzt werden.