Eilmeldung

Eilmeldung

Libyen: Sturm auf letzte Gaddafi-Posten stockt

Sie lesen gerade:

Libyen: Sturm auf letzte Gaddafi-Posten stockt

Schriftgrösse Aa Aa

In Libyen haben die Aufständischen auch mit sich selbst zu kämpfen. Eine fehlende zentrale Führung, und schlechte Organisation bringen die Gaddafi-Gegner immer wieder ins Straucheln. Etwa vor Bani Walid, wo einige die Gewehre putzen, anstatt wie erwartet um die Eroberung der Stadt zu kämpfen.

Ein Kommandeur erzählt: “Wir haben da ein paar Probleme. Es gibt zu wenig Waffen, und die Soldaten, die und hinten unterstützen sollten, waren nicht da. An der Front haben wir seit dem Morgen gekämpft. Wir haben nicht verstanden, warum sich die Truppen hinten zurückgezogen haben. Wir sind weiter vorgestoßen und es gab ziemlich starken Widerstand.”

Vom nationalen Übergangsrat in Tripolis hieß es, ein Sturm Bani Walids mit Panzern und Artillerie werde vorbereitet. Unterdessen haben die Rebellen nach eigenen Angaben Teile von Sirte unter Kontrolle bekommen. Allerdings ist auch hier der Widerstand der hier verbliebenen Gaddafisoldaten heftig.

Hunderte Bewohner Sirtes fliehen, viele haben das Nötigste auf Pick-Ups gepackt und sich samt ihren Familie in die Wüste begeben. An Checkpoints werden sie von den Rebellenkämpfern durchsucht. Eine Frau sagt: “In der Stadt ist viel zerstört, es wird gekämpft, ganze Familien sind tot. Die Menschen versuchen zu fliehen, niemand bleibt zu Hause. Jeder will weg, aber wir haben auch Angst davor. Ich kann nicht glauben, es lebend rausgeschafft zu haben.”

Laut Presseberichten haben die Rebellen auch den ein oder anderen Gaddafi-Getreuen unter den Flüchtlingen entdeckt und festgenommen. In einer Moschee bereiten die Kämpfer Munition vor für das, was dann der finale Angriff zur Eroberung Sirtes werden soll.