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Welt-Katastrophen-Bericht 2011

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Welt-Katastrophen-Bericht 2011

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An jedem Abend gehen auf unserer Erde rund eine Milliarde Menschen hungrig schlafen. Der Welt-Katastrophen-Bericht, den das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und Roten Halbmond herausgibt, verweist auf ein Paradox: Einerseits wird weltweit soviel Nahrung prodiziert, dass alle Erdenbewohner davon satt werden könnten.

Andererseits aber steigt auch in den Ländern mit hohem Einkommen die Zahl der schlecht ernährten Menschen.

Vor allem im Afrika südlich der Sahara und in der asiatisch-pazifischen Region ist Hunger wie eh und je an der Tagesordnung. Und das, obwohl die Vereinten Nationen sich vor elf Jahren in ihren Milleniumszielen vorgenommen hatten, die Zahl der Hungernden zu halbieren.

Im Welt-Katastrophenbericht findet sich die alarmierende Zahl: An Mangelernährung leiden 925 Millionen Menschen und jedes Jahr sterben 3 Millionen Kinder unter 5 Jahren daran.

178 Millionen Kinder unter 5 Jahren sind wegen schlechter Ernährung in ihrer Entwicklung zurückgeblieben. Die Unterernährung beginnt für diese Kinder bereits im Mutterleib. Wenn Mütter hungern, wenn ihnen so wichtige Bestandteile für die Entwicklung eines Kindes wie Vitamine fehlen, dann kommen Kinder schon unterentwickelt zur Welt. 60 % der unterernährten Menschen sind laut Bericht Frauen.

Auf einem Markt in Kairo klagte eine Hausfrau schon vor einem Jahr, sie könne höchstens alle 2 bis 3 Tage eine richtige Mahlzeit auf den Tisch bringen. Ihre Rente und die ihres Mannes reiche nicht für mehr. Wenn sie Gemüse kaufe, könne sie sich kein Obst mehr leisten.

Vor einem Jahr, am 22. September 2010, gingen in Kairo Frauen zu dieser Aktion der “leeren Teller” auf die Straße. Mit solchen Protesten begann die große Bewegung, die zum Sturz des Mubarak-Regimes führte.

Der Welt-Katastrophen-Bericht setzt sich auch kritisch mit der westlichen Entwicklungshilfe auseinander. Statt die Hungernden mit den Überschüssen der westlichen Landwirtschaft zu ernähren, sollte lieber in die Landwirtschaft der Hungerländer investiert werden.

Nützlicher sei Hilfe zur Selbsthilfe.