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Abbas: "Die Zeit ist reif für einen palästinensischen Frühling"

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Abbas: "Die Zeit ist reif für einen palästinensischen Frühling"

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In einer emotionalen Rede hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Freitag vor der UN-Vollversammlung seine Forderung nach einem von den Vereinten Nationen anerkannten Palästinenserstaat erneut betont. Er wurde vom Auditorium mit viel Applaus begrüßt, denn die Mehrheit der 193 UN-Staaten steht hinter dem Anliegen der Palästinenser.

Die Zeit sei reif für einen Staat Palästina, sagte Abbas, nun sei der Augenblick der Wahrheit gekommen: “Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich, bevor ich mich hier an Sie gewandt habe, als Präsident der Palästinenser und des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation, dem Generalsekretär der vereinten Nationen Ban Ki-Moon den Antrag überreicht habe, den Staat Palästina in den Grenzen von 1967 mit der Hauptstadt Ostjerusalem als Vollmitglied in die UN aufzunehmen.”

Der Antrag der Palästinenser hat allerdings kaum Chancen, angenommen zu werden: Die USA haben bereits angekündigt, im Sicherheitsrat ihr Veto einzulegen. Abbas erklärte sich auch zur Fortsetzung der Friedensgespräche mit Israel bereit – allerdings nur unter der Bedingung, dass Israel den Siedlungsausbau im Westjordanland stoppe und es einen Zeitplan und Eckpunkte für die Gespräche gebe. Bedingungen, die Israel bereits zuvor abgelehnt hatte. Und Abbas richtete einen flammenden Appell an die UN-Vollversammlung: “Die Unterstützung unseres Anliegens durch die Staaten in aller Welt bedeutet den Sieg der Gerechtigkeit, der Freiheit und des internationalen Rechts.”

Freilich kann es noch Monate dauern, bevor der Sicherheitsrat über den Antrag der Palästinenser überhaupt abstimmt – aber Abbas wollte vor allem ein Zeichen setzen. Die Zeit sei reif für einen palästinensischen Frühling, sagte er, sie sei reif dafür, dass die Palästinenser wie alle anderen Menschen auch in einer freien Heimat leben können.