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Palästinenserjugend: Internet ist "eine Waffe für die Freiheit"

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Palästinenserjugend: Internet ist "eine Waffe für die Freiheit"

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In Ost-Jerusalem mischen sich Tradition und Moderne: Gut vierzig Prozent der Bevölkerung in den Palästinensergebieten sind unter vierzehn Jahre alt. Die jungen Leute sind die Hauptkunden in den Internetcafés in Ost-Jerusalems alten Gassen. Für sechs bis acht Schekel die Stunde, umgerechnet etwa 1,40 Euro, fallen für sie Mauern und Schlagbäume. Der arabische Frühling hat auch sie beflügelt. Doch wirtschaftlich und politisch sind ihnen enge Grenzen gesetzt.

Ahmed, 17 Jahre alt: “Ich chatte mit meinen Freunden im Ausland, in Ägypten, Jordanien und im Gazastreifen. Ich sehe, was sie so tun und wie sehr sie leiden. Und ich erzähle ihnen, wie es uns hier unter der Besetzung geht.”

Amir, 16 Jahre: “Wir nutzen das Internet, um mit sozialen Netzwerken wie Facebook in Kontakt zu bleiben und mitzubekommen, was sich in Ägypten und Tunesien abspielt. So haben wir erfahren, dass die Demonstrationen über Facebook begannen.”

Auch der palästinensischen Jugend ist klar, wie mächtig solche Medien inzwischen sein können. “Internet spielt heute eine wichtige Rolle in meinem Leben – in unserem Leben. Ich würde es eine sehr wichtige Waffe nennen, um jemandem Freiheit zu verschaffen”, meint der 28-jährige Haled.

Bis zu zwei Stunden seien sie hier täglich, erzählen sie, selbst wenn sie einen Computer zu Hause haben. Das Internetcafe ist Treffpunkt und öffnet ihnen ein Fenster zur Welt.