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Streiks lähmen die griechische Hauptstadt

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Streiks lähmen die griechische Hauptstadt

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Nur die Fahnen sind in Athen noch in Bewegung: Massive Streiks gegen die Sparprogramme der Regierung haben das öffentliche Leben in der griechischen Haupstadt weitgehend lahmgelegt. Seit Donnerstag steht der Nahverkehr still, es gibt weder Züge noch U-Bahnen noch Busse und auch die Taxifahrer legten landesweit die Arbeit nieder. Viele Menschen sind verzweifelt. “Ich habe überhaupt kein Geld mehr”, klagt eine Passantin. “Wie soll ich meine Rechnungen bezahlen? Diese Sparmaßnahmen sind brutal, es kommt mir vor, als wollten sie sogar noch Geld von den Toten.” Ein älterer Mann nimmt kein Blatt vor den Mund: “Diese Sparpakete sind barbarisch und unmenschlich, das Grausamste, das man sich nur vorstellen kann.”

Und die Sparmaßnahmen sind überall spürbar. Vor dem Finanzministerium versammelten sich Pfleger und Krankenschwestern, die mit geistig Behinderten arbeiten. Christina Fotopoulou, Betriebsrätin in einer Klinik ist empört. “Wir arbeiten seit sechs Jahren”, sagt sie, “und jetzt haben wir seit sechs Monaten kein Gehalt mehr bekommen.” Denn auch im Sozial- und Pflegebereich sind tiefe Einschnitte geplant. Die Demonstranten fürchten, ihre Patienten bald nicht mehr versorgen zu können – und illustrierten ihren Ärger mit Bildern des griechischen Finanzministers in Handschellen.