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Torero Juan Mora:" Ohne Stierkampf wird es diese edlen Tiere nicht mehr geben."

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Torero Juan Mora:" Ohne Stierkampf wird es diese edlen Tiere nicht mehr geben."

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Um über Stierkampf zu sprechen und zu verstehen, was es für einen Stierkämpfer bedeutet, wenn in Katalonien keine Stierkämpfe mehr stattfinden dürfen, haben wir in Madrid einen Torero, einen Maestro eingeladen. JuanMora.

Maestro, was empfinden Sie vor ihrer letzten corrida in Barcelona?

Was trifft einen Torero mehr, ein Hornstoß des Stieres oder die Schließung von Stierkampfarenen?

Juan Mora

Es sind widerstreitende Gefühle. Ich bin bis ins Mark getroffen von diesem Anschlag auf eine Kultur, auf die Freiheit vieler Menschen und auf die Kampfstiere, die es ohne Kämpfe nicht mehr geben wird.

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Die Arena Monumental de Barcelona gibt es seit 1914, sie ein Architekturdenkmal der Stadt. Was bedeutet es, wenn so etwas geschlossen wird?

Juan Mora

Es ist ärgerlich, traurig, ein Drama. Es ist ein enormes Problem, schrecklich vielleicht, aber nicht übermenschlich. Solche Dinge hat es in der Geschichte des Stierkampfes schon gegeben. Könige haben ihn verboten zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten. Das ist die Hoffnung, die uns bleibt.

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In Katalonien wird der Stierkampf verboten, in Frankreich wurde er gerade zum “nationalen Kulturerbe” erhoben. Werden die echten Liebhaber des Stierkampfes nun nach Frankreich pilgern?

Juan Mora

In Frankreich ist es gut organisiert, dort haben sie eine Art Schutz vor Gewalt, denn die Stierkampfgegner agieren oft gewalttätig.

Man sollte vernünftig die Dinge regeln, mit Worten, die der Sache angemessen sind. In Nimes zum Beispiel haben sie ein Denkmal angegriffen. Das steht vor den Toten der Arena und zeigt einen Torero, der von einem Stier getötet wird.

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In Spanien kommen immer weniger Besucher in die Stierkampfarenen. Ein Teil der Öffentlichkeit innerhalb und außerhalb Spaniens betrachtet Stierkampf, la corrida, als grausames Ritual.

Warum ist es wichtig, den Stier in der Arena zu töten? Könnte man ihn nicht leben lassen, damit die corrida selbst weiterlebt?

Juan Mora

Da gibt es zu viel Unkenntnis. Man muss wissen, dass diese Rasse der Kampfstiere verschwinden wird, wenn es keine Stierkämpfe mehr gibt. So ein toro, ein Kampfstier ist ein ganz besonderes Tier, das schwierig aufzuziehen ist. Es braucht eine ganz besondere Behandlung. Ohne Stierkämpfe würden bald keine Kampfstiere mehr gezüchtet werden.

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Für ihre Anhänger ist die corrida eine Kunst, die verschwinden würde, wenn es keine “toros de lidia” , also Kampfstiere, mehr gäbe.

Handelt es sich bei diesen Tieren um eine besondere Rasse?

Juan Mora

Aber ja! Die haben Mut und Wildheit im Blut.

Und wenn die richtig heiss werden, merkt man, welche Kraft in den Tieren steckt.

Es sind edele Geschöpfe, das merkt man, wenn man es schafft, ihnen seinen Willen aufzuzwingen, wenn man eine Art Verständigung mit ihnen herstellt – das mag seltsam klingen.

Aber wenn man das erreicht, dann stellen Toro und Torero – Stier und Stierkämpfer – eine Einheit dar, so wie es in der Malerei dargestellt wurde, in der Kunst.