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Die letzte Corrida in Barcelona

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Die letzte Corrida in Barcelona

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Die Stierkampfarena La Monumental in Barcelona schließt nach fast hundert Jahren ihre Tore. Es ist das Ende der Saison und zum letzten Mal stehen sich hier Toreros und Kampfbullen gegenüber.

Das katalanische Parlament hat den Stierkampf in der ganzen Region verboten. Anfang 2012 tritt der Bann offiziell in Kraft.

180.000 Katalanen hatten sich mit ihrer Unterschrift für ein Ende des Stierkampfs eingesetzt. Katalonien folgt mit seinem Verbot den Kanarischen Inseln, die den Stierkampf bereits vor 20 Jahren abgeschafft haben.

Carlos Lopez Perez, der Präsident der Tierschutzorganisation Libera, ist sich sicher, dass andere Regionen Spaniens dem Beispiel folgen werden: “Galizien wird sich uns bald anschließen, denn dort gibt es keine Stierkampftradition. In Madrid und Andalusien wird es natürlich länger dauern, aber es ist nur eine Frage der Zeit.”

Die katalanischen Stierkampf-Freunde geben allerdings nicht auf und sammeln auch fleißig Unterschriften. Josep Navarro ist einer von ihnen. Er ist traurig und wütend: “Das ist doch wie in einer Diktatur. Wir haben niemandem etwas angetan und uns wird ein 300 Jahre altes Spektakel verboten. Und das in einer Stadt wie Barcelona, wo es genügend Fans gibt, um die drei Stierkampfarenen zu füllen.”

Doch die Ära des Stierkampfs ist vorbei. Die Arena de Barcelona ist heute ein Einkaufszentrum, Konsum satt, statt Todeskampf der Stiere.

Meist lassen die Stiere ihr Leben, zuletzt starb 1974 ein Torero in einer Arena. Seine Witwe scheint sich mit dem Ende der Stierkampf-Ära abgefunden zu haben: “Alte Traditionen sterben aus, egal wie sehr man versucht, sie zu bewahren.”

Der letzte Stierkampf in der Arena La Monumental ist ausverkauft, 20.000 Menschen wollen sich das Schauspiel nicht entgehen lassen.