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Papst wünscht von Deutschlands Katholiken mehr Treue zu Rom

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Papst wünscht von Deutschlands Katholiken mehr Treue zu Rom

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Ein bisschen müde sieht er aus, nach vier Tagen Deutschlandreise, aber der Elan bei den Massengottesdiensten wie dem Finale auf dem Freiburger City-Flugplatz ist ungebremst – und den begeisterten Empfang genoss Papst Benedikt XVI. sichtlich. Viele hatten sich schon in der Nacht auf den Weg zum Flugplatz gemacht, einige hatten dort sogar übernachtet.

Die Katholiken in Deutschland rief er in seiner Predigt vor 100.000 Gläubigen zur Umkehr und Erneuerung auf – und zu mehr Treue zu Rom. Religiöse Routine und kirchliche “Routiniers”, die in der Kirche nur noch den Apparat sähen, geißelte er: “Nicht auf das Reden, sondern auf das Tun kommt es an”.

Auch die Vielzahl der katholischen Gremien und Verbände in Deutschland sind ihm ein Dorn im Auge: Beim Treffen mit der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken hatte der Papst beklagt, dass es einen Überhang an Strukturen gebe.

Die großen Gottesdienste in Deutschland, auch der am Vorabend in Freiburg mit gut 30.000 Jugendlichen, waren für Benedikt ein Erfolg. Als historisch und spektakulär wurden seine Auftritte im Bundestag in Berlin und beim Ökumene-Gipfel in Erfurt gewertet. Vereinigungen von Missbrauchsopfern der Kirche kritisierten hingegen sein Treffen mit einigen Opfern als “unzureichend und scheinheilig”.
Und enttäuscht oder ratlos blieben diejenigen zurück, die vom Papst Zugeständnisse zu mehr Ökumene und Veränderungen in der katholischen Kirche erhofft hatten.