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Eskalation bei Protestmarsch durch Bolivien

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Eskalation bei Protestmarsch durch Bolivien

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In Bolivien ist die Polizei gewaltsam gegen rund 1000 indianische Ureinwohner vorgegangen, die mit einem Protestmarsch gegen den Bau einer Straße durch ein Naturschutzgebiet demonstriert hatten. Seit einem Monat sind die Aktivisten zum Regierungssitz in La Paz unterwegs. Die Lage eskalierte, als mehrere Demonstranten den bolivianischen Außenminister zwangen, mitzumarschieren, und ihn als eine Art Schutzschild benutzten, um eine Polizeisperre zu passieren. Nach rund acht Kilometern ließen sie ihn wieder frei. In der Folge griff die Polizei ein und feuerte Tränengasgranaten auf die Demonstranten ab. Mehrere Menschen wurden mit Verletzungen in verschiedene Krankenhäuser der Region eingeliefert.

Boliviens Präsident Evo Morales hatte sich zuvor bereit erklärt, mit den Demonstranten zu sprechen. Außerdem kündigte Morales an, ein Referendum über das umstrittene Straßenprojekt abzuhalten. Die Schnellstraße soll durch einen Nationalpark verlaufen, in dem rund 50.000 Ureinwohner leben.