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Streiks legen Athen weitgehend lahm

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Streiks legen Athen weitgehend lahm

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Geschlossene U-Bahn-Stationen, leere Haltestellen – fast schon ein gewohntes Bild in der griechischen Hauptstadt Athen. Erneut standen die meisten öffentlichen Verkehrsmittel still, denn die Gewerkschaften hatten zu einem weiteren 24-stündigen Streik aufgerufen. Auch Busfahrer legten für einige Stunden die Arbeit nieder, nur die Taxifahrer streikten diesmal nicht und freuten sich über das gute Geschäft.

Wenig Freude herrscht indes bei der Bevölkerung. “Ich erwarte nichts mehr von diesem Staat”, meint eine Frau. “Der Staat hat nichts für die Bildung getan, für die Gesundheitsvorsorge oder andere Bereiche. Jetzt hat er kein Recht, etwas von uns zu verlangen. Ich habe 22 Jahre in der Privatwirtschaft gearbeitet und darf auch nichts verlangen.” Ein alter Mann ist einfach wütend: “Das ist alles die Schuld dieser Regierung, die bis jetzt überhaupt nichts getan hat. Jetzt stellt sich die Frage: sind höhere Steuern und Kürzungen bei den Pensionen und Gehältern wirklich die einzige Lösung, gibt es keine andere? Ich finde diese Vorgangsweise der Regierung schrecklich.”

Am Sonntagabend hatten sich erneut Tausende Demonstranten im Zentrum von Athen versammelt, um gegen die harte Sparpolitik zu protestieren. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Mit Tränengas hielten die Beamten Aktivisten davon ab, das Parlament zu stürmen. Tatsächlich ist die Polizei in der Zwickmühle, denn auch Polizisten müssen Lohn- und Rentenkürzungen hinnehmen – und am Tag nach dieser Demonstration protestierten auch sie mit einem Transparent auf dem höchsten Berg Athens.