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Weitere Anti-Roma-Demonstrationen in Bulgarien

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Weitere Anti-Roma-Demonstrationen in Bulgarien

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Die Roma-feindlichen Proteste in Bulgarien drohen zu eskalieren. In mehreren Städten wie etwa in Plowdiw versammelten sich Tausende Demonstranten. Die Polizei nahm mehrere hundert Teilnehmer fest, die Staatsanwaltschaft in Sofia deutete an, sie möglicherweise wegen Anstiftung zum Rassenhass anzuklagen. Auch in Katunica ist die Stimmung bei den Demonstranten aufgeheizt. “Die Lunte, die dieser Junge angezündet hat, sollte nicht verglühen”, meint einer von ihnen. “Die Politiker müssen endlich ihre Schlüsse ziehen und etwas unternehmen, denn es geht hier um ein sehr ernstes Problem.”

In Sofia protestierten Tausende am Montag abend gegen die Minderheit der Roma. Auslöser der Protestwelle war der Tod eines 19-jährigen in Katunica: Der Jugendliche war am vergangenen Freitag bei einem angeblich vorsätzlich herbeigeführten Verkehrsunfall getötet worden. Der Fahrer des Unfallwagens gehört zum Kreis eines Roma-Bosses. Aufgebrachte Dorfbewohner brannten daraufhin dessen Häuser in Katunica nieder. Die Protestwelle breitete sich in weiterer Folge über ganz Bulgarien aus. Viele Bulgaren sind der Meinung, Angehörige der Roma würden unangemessene Privilegien genießen.