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Außenministerin der Republik Zypern:"Wir handeln auf der Grundlage des Seerechtsabkommens"

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Außenministerin der Republik Zypern:"Wir handeln auf der Grundlage des Seerechtsabkommens"

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Die Republik Zypern, bewohnt überwiegend von griechischen Zyprern, liegt im Süden der Mittelmeerinsel. Sie gehört seit 2004 zur EU, seit 2008 auch zur Eurozone.

Außenministerin Erato Kozakou-Marcoullis hat gerade an der UN-Vollversammlung in New York teilgenommen und in Washington Gespräche mit der US-Regierung geführt. Wir sprechen wir über den jüngsten Konflikt mit der Türkei

euronews:
Mit Erkundungsarbeiten nach Erdöl und Erdgas zu beginnen, war das nicht eine provokative Geste, um die Türken zu ärgern?

Erato Kozakou-Marcoullis:
Dieses Projekt startete schon vor mehreren Jahren. Daran ist nichts Neues. 2007 begann Zypern, mit seinen Nachbarn Libanon und Ägypten Verträge auszuhandeln. 2010 kam ein Abkommen mit Israel dazu, um die Grenzen unserer exklusiven Wirtschaftszonen festzulegen. All diese Verträge und alle unsere Aktivitäten basieren auf der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen.
Nachdem die Abkommen abgeschlossebn waren, begann die Vergabe von Lizenzen. All diese Aktivitäten finden in unserer exklusiven Wirtschaftszone statt. Was immer wir dort an natürlichen Reserven finden, es wird zum Nutzen von Zypern sein, zum Nutzen des Volkes von Zypern, der griechischen Zyprer und der türkischen Zyprer, und ebenso zum Nutzen des Energiebedarfs von Europa.

euronews:
Wie wollen Sie sicherstellen, dass es jedermann auf der Insel nützt, auch den türkischen Zyprern, wie Sie sagten?

Erato Kozakou-Marcoullis:
Wir hoffen und wir sind überzeugt, dass es eine Vereinigung auf der Insel geben wird , so dass beide – griechische und türkische Zyprer – eben die gesamte Bevölkerung der Insel, einen Nutzen haben wird von der Ausbeutung unserer Naturschätze. Wenn man nun die türkische Reaktion sieht: davon sind wir nicht überrascht. Wir haben in den vergangenen 37 Jahren immer wiederkehrende Aggressionen erlebt und nun hat die Türkei auch gegenüber der internationalen Gemeinschaft und besonders gegenüber unseren Partnern in der Europäischen Union ihr wahres Gesicht gezeigt.

euronews:
Die Türkei sagt, sie sei nicht aggressiv, sie verteidige nur ihre Interessen

Erato Kozakou-Marcoullis:
Seine Interessen verteidigen – das kann man nur, wenn man das Recht dazu hat. Die Türkei dringt in unsere exklusive Wirtschaftszone ein. Sie sagen, sie täten es für seismischen Forschungen. Und sie drohen damit, dass sie Aktivitäten zur Ausbeutung der Reserven in unserer exklusiven Wirtschaftszone vornehmen werden. In der exklusiven Wirtschaftszone eines Mitgliesstaates der Europäischen Union. Und die Türkei bewirbt sich um die Mitgliedschaft in der EU.

euronews:
Im nächsten Jahre werden Sie die Präsidentschaft in der EU übernehmen. Wollen Sie das nutzen, um eine Versöhnung mit der Türkei zu erreichen oder wollen Sie die Türkei isolieren?

Erato Kozakou-Marcoullis:
Wir wollen die Türkei nicht isolieren. Ich befürchte, dass die Türkei dabei ist, sich selbst von der EU zu isolieren, indem sie droht. Das kommt aus dem Mund aller türkischen Offiziellen, vom Regierungschef und von vielen Ministern. Sie erklären, wenn es in dieser Zeit keine Lösung des Zypernproblems gibt, dann werden sie ihre Beziehungen zur Europäischen Union einfrieren.
Das ist eine Beleidigung der Europäischen Union. Das ist ein Affront gegenüber den Institutionen der Europäischen Union. Das Problem besteht darin, dass die Türkei einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union nicht anerkennt.
Das ist eine Problem für die Türkei, nicht für die Europäische Union.