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Gesprächsfaden zwischen Serbien und Kosovo abgerissen

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Gesprächsfaden zwischen Serbien und Kosovo abgerissen

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Über Telekommunikation, Stromversorgung und regionale Zusammenarbeit zwischen Serbien und dem Kosovo wurde nicht geredet. Nach den jüngsten Grenzkrawallen – über sie sollte nicht gesprochen werden – ließ die serbische Delegation die von der EU moderierten Gesprächen mit dem Kosovo platzen.

Mit Straßensperren hatten Serben im Nordkosovo in den vergangenen Wochen gegen die Übernahme der Grenzposten Jarinje und Brnjak durch Zoll- und Grenzpersonal der Kosovo-Regierung protestiert. Sie bauten improvisierte Straßen über die grüne Grenze nach Serbien, um die Grenzkontrollen zu umgehen – all das baute die internationale Friedenstruppe KFOR immer wieder ab. Sie soll die volle Bewegungsfreiheit im Kosovo sichern.

Serbiens Kosovo-Staatssekretär Oliver Ivanovic:

“Improvisierte Straßen zu kontrollieren, gehört nicht zu den Aufgaben der KFOR. Für jeden geschlossenen Weg werden Serben zwei neue bahnen – darauf muss sich die KFOR gefasst machen. Sie hat nicht genug Personal, um all diese Straßen wieder abzuriegeln.”

Bei Zusammenstößen zwischen internationalen Friedenstruppen und serbischen Zivilisten waren am Dienstag 16 Menschen verletzt worden, darunter vier KFOR-Soldaten.

In der ehemals südserbischen Provinz Kosovo hat die Mehrheit albanische Wurzeln, Serben sind in der Minderheit. Das Land erklärte sich 2008 für unabhängig und steht seither unter UN-Verwaltung.

Deutschland und die meisten anderen EU-Mitglieder haben den jüngsten europäischen Staat anerkannt, Serbien nicht.

mit dpa, afp, Reuters, ansa