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Machtkampf im Kosovo - wer richtig Ärger sucht, der findet ihn auch

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Machtkampf im Kosovo - wer richtig Ärger sucht, der findet ihn auch

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Im ehemals serbischen Kosovo schaukelt sich der Machtkampf zwischen der albanisch-stämmigen Mehrheit und der serbischen Minderheit im Norden weiter auf. Gut tausend Kosovo-Serben protestierten in Zupce gegen die jüngsten Zusammenstöße.

Serbisch-stämmige Kosovaren waren an Straßensperren und improvisierten Pfaden über die Grüne Grenze nach Serbien mit der internationalen Friedenstruppe KFOR aneinandergeraten. Dabei wurden 16 Menschen verletzt, darunter vier KFOR-Soldaten.

Kristivoje Pantic, Serbenführer im Kosovo:

“Die Serben haben keine Angst, heute sind noch mehr serbische Demonstranten dort an der Strassensperre. Sie werden dort bleiben, und sie sind bereit, ihr Blut zu vergießen, wenn nötig. Wir setzen keine Waffen ein, keine Gewalt. Aber nachgeben werden wir auch nicht.”

Die Kosovo-Regierung hatte im serbisch dominierten Nordkosovo versucht, die Kontrolle über die Posten Jarinje und Brnjak an der Grenze zu Serbien zu übernehmen.

Die Protest-Barrieren und improvisierten Ausweich-Strassen der ortsansässigen Bevölkerung hatte die KFOR immer wieder abgebaut. Sie soll die volle Bewegungsfreiheit im Kosovo sichern. Das Land hat sich 2008 für unabhängig erklärt und steht seither unter UN-Verwaltung. Deutschland und die meisten anderen EU-Mitglieder haben den jüngsten europäischen Staat anerkannt, Serbien nicht.

Hashim Thaci, Ministerpräsident des Kosovo:

“Wir werden weiter die Barrikaden entfernen. Kein Hindernis kann die Regierung davon abhalten, sich durchzusetzen.”

In der von Serben und Albanern bewohnten Stadt Mitrovica im Norden haben serbische Kosovaren albanische Kosovaren angegriffen. Dabei wurden drei Menschen verletzt.

mit afp, AP, Reuters, RTK