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Russlands Armee gibt Kalaschnikow den Gnadenschuss

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Russlands Armee gibt Kalaschnikow den Gnadenschuss

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Die russische Armee hat 2011 keine Sturmgewehre vom Modell Kalaschnikow gekauft – zum erstenmal in ihrer Geschichte. Die Armee fordere eine modernere Waffe mit größerer Schussweite und Trefferdichte, berichten russische Medien.

Der Russe Michael Kalaschnikow hatte das legendäre halbautomatische Gewehr in den 1940er Jahren entwickelt. Bis zu 100 Millionen Kalaschnikows seien im Umlauf, vor allem das “klassische” Modell vom Typ AK-47, schätzen Menschenrechtler. Das Gewehr mit dem gekrümmten Magazin bedienten Kindersoldaten im Kongo und Terrorchef Osama Bin Laden – den deutschen Terroristen der RAF diente es im Logo.

Wieviele Menschen durch Kalaschnikows starben, weiß keiner. Zwischendurch
äußerte der Kalaschnikow seine Bestürzung darüber, dass gerade die Kalaschnikow überall auf der Welt so viel Unheil anrichte – anderseits ließ er sich zweimal als Held der sozialistischen Arbeit auszeichnen, bekam Stalinpreis und Leninorden.

Man habe dem heute 91jährigen Erfinder die Hiobsbotschaft erspart, so ein Verwandter.

Nicht traurig sein – die Orden nimmt keiner weg. Die Kalaschnikows in russischen Waffenlagern reichen noch für die nächsten 15 – 20 Jahre. Und ein Unternehmenssprecher drohte an: “Jetzt konzentrieren wir uns auf den Export.”

mit Reuters, RIA Novosti, dpa