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Türkisch-zyprischer Streit um Gasvorkommen droht zu eskalieren

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Türkisch-zyprischer Streit um Gasvorkommen droht zu eskalieren

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Im Streit um Öl- und Gasvorkommen vor der zyprischen Küste hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Zypern der Sabotage beschuldigt. Die Türkei hatte vor einigen Tagen ein eigenes Schiff ausgeschickt. Dieses habe inzwischen mit Bohrungen begonnen, sagte Erdogan in einer Rede vor Mitgliedern seiner Partei: “Der griechische Teil Zyperns macht sich mit seinen Bohrungen der Sabotage schuldig, aber alle Institutionen, die sich den Schutz des Friedens auf die Fahnen geschrieben haben, schweigen dazu. Ist das der Weg, um Probleme zu lösen? Viele internationale Angelegenheiten werden blockiert, das müssen die Länder jetzt endlich sehen.”

Die Bohrungen des türkischen Schiffs sind Ankaras Reaktion auf ähnliche Vorstöße Zyperns: Im Auftrag Nikosias hatten US-Techniker vor kurzem mit der Suche nach Erdgas begonnen. In dem Streit geht es um Erdgasfelder im Mittelmeer – möglicherweise die größten Gasvorkommen, die seit Jahrzehnten entdeckt wurden. Die Türkei spricht aber sowohl dem griechischen Teil Zyperns als auch Israel das Recht auf Bohrungen ab.

Der Streit macht auch der EU Sorgen. Sie befürchtet eine Eskalation des Zypern-Konflikts – was umso bedenklicher wäre, als der griechische Teil der Insel im kommenden Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen soll.