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DSK-Gegenüberstellung: "Er wagte nicht, mir in die Augen zu sehen"

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DSK-Gegenüberstellung: "Er wagte nicht, mir in die Augen zu sehen"

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Tristane Banon, nach eigener Darstellung Opfer eines Vergewaltigungsversuchs, hat Dominique Strauss-Kahn (DSK) in einem Fernsehinterview Arroganz und Gleichgültigkeit vorgeworfen.

Der frühere IWF-Chef hatte sich einer gemeinsamen Vernehmung mit seinem mutmaßlichen Opfer gestellt – zweieinhalb Stunden lang.

“Jeder ist bei seiner Position geblieben”, so sein Anwalt anschließend. Sein Mandant habe keinen Grund, sich bei der jungen Frau zu entschuldigen.

Tristane Banon:

“Ich dachte wirklich, dass er sich entschuldigt. Nicht, dass er etwas Kriminelles zugibt, aber dass er sich zumindest für das, was er zugibt, entschuldigt.

Er wagte nicht einmal, mir in die Augen zu sehen. Ich sah ihn die ganze Zeit an. Er traute sich nicht.”

Zwischenfrage: “Es war ein gewaltsamer Angriff und es gab einen Kampf – da bleiben Sie dabei ?”

Tristane Banon:

“Eine gewaltsame Attacke war es nicht, es war eine versuchte Vergewaltigung. Da bleibe ich dabei. Er hätte mich vergewaltigt, da bin ich sicher – wenn nicht alles anders ausgegangen wäre – ich konnte abhauen. Aber materielle Beweise dafür gibt es nicht.”

Strauss-Kahn (62) bestreitet bislang jegliche Gewaltanwendung gegenüber der heute 32jährigen. Bei einer ersten Vernehmung habe er allerdings einen Anmachversuch eingeräumt, so Medienberichte. Öffentlich hatte er bisher beteuert, das Treffen vor gut acht Jahren sei völlig normal verlaufen.

Ob nach der gemeinsamen Vernehmung ein formelles Ermittlungsverfahren aufgenommen wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft.

Das Urteil der Französinnen steht bereits fest: An der Stelle von DSK’s Frau Anne Sinclair – so eine Umfrage – hätten drei von vier den Mann schon nach der Sexaffäre in New York vor die Tür gesetzt.

mit afp, Reuters, dpa