Eilmeldung

Eilmeldung

Slowenien an der Front im Kampf gegen Krebs

Sie lesen gerade:

Slowenien an der Front im Kampf gegen Krebs

Schriftgrösse Aa Aa

Ein neues Verfahren im Kampf gegen Krebs, das will ein Team aus deutschen, slowenischen, russischen und amerikanischen Wissenschaftlern am Josef Stefan Institut in Ljubljana gefunden haben. Es geht darum, wie Medizin effektiver verabreicht werden kann. Dazu nutzen die Forscher ein Bündel aus magnetischen Nanopartikeln, die in einem Liposom eingeschlossen sind. Diese Liposome können dann durch einen Magneten zum Tumor gesteuert werden, was die Wirkung bestehender Krebsbehandlungen zu erhöhen hilft.

Die Forscher fanden heraus, dass ein Tumor bei der Standard-Behandlung mit Medikamenten um rund 60 Prozent verkleinert werden kann. Werden zusätzlich zur Medizin auch die magnetischen Nanopartikel eingesetzt, schrumpft er mitunter gar um bis zu 90 Prozent.

Der Biloge Boris Turk: “Wir konnte zunächst einmal beweisen, dass man ein System entwickeln kann, das das Verfolgen und die kontrollierte Abgabe von Medizin ermöglicht. Zweitens können wir dadurch Nebenwirkungen verringen. Drittens kann der Wirkstoff so schneller vom Organismus aufgenommen werden. Viertens kann dieses Verfahren auch abseits der Krebsbehandlung eingesetzt werden. Es kann für andere wissenschaftliche Untersuchungen genutzt werden, da es uns ermöglicht, Prozesse zu verfolgen, die wir zuvor nicht verfolgen konnten.”

Die neue Methode wurde zunächst an Mäusen getestet, dann veröffentlichten die Forscher die Ergebnisse im Fachblatt “Nature Nanotechnology”. Noch sind die Forschungsarbeiten nicht abgeschlossen, die Wissenschaftler schätzen aber, dass das Verfahren in fünf bis sechs Jahren einsatzbereit ist. Dann soll es nicht nur Tumoren besser bekämpfen, sondern auch gleichzeitig die umliegenden gesunden Zellen schonen.