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Stoppen Kosovo-Serben den Zug Belgrad-Brüssel ?

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Stoppen Kosovo-Serben den Zug Belgrad-Brüssel ?

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Nach den Gewaltausbrüchen im Norden des Kosovo versuchen pro-europäische Serben, die Gemüter zu beruhigen. Serbische Zivilisten – eine 60 000köpfige Minderheit im mehrheitlich albanisch-stämmigen Land – waren nach einem Grenzstreit mit internationalen Friedenstruppen der KFOR und albanisch-stämmigen Kosovaren aneinandergeraten.

Der serbische Oppositionspolitiker Tomislav Nikolic (Progressive Partei) sprach sich im Nachbarland für eine Art Runden Tisch aus:

“Wissen Sie, das Dreieck, das zählt, heißt Moskau, Washington, Brüssel – das ist kein Fall für die UNO oder den Sicherheitsrat – wenn es uns gelingt, diese drei an einen Tisch zu bringen und Einigkeit herzustellen zwischen Washington und Moskau, was grundsätzlich möglich ist – dann ist alles andere leeres Geschwätz.”

Die ehemals südserbische Provinz Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Seitdem steht sie unter UN-Verwaltung.

Deutschland und die meisten anderen EU-Mitglieder haben den jüngsten europäischen Staat anerkannt, Serbien nicht.

Gelingt eine Entschärfung der Kosovo-Probleme, könnte Serbien noch im Oktober den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten.

Tomislav Nikolic hatte sich vor drei Jahren mit seiner angestammten Partei, der ultranationalistischen Radikalen Partei, entzweit, als er für eine Annäherung Serbiens an die EU stimmte.

mit AP, Reuters