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Lyoner Kripo-Chef in Haft: "Den rechten Weg verlassen"

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Lyoner Kripo-Chef in Haft: "Den rechten Weg verlassen"

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Der festgenommene stellvertretende Polizeichef von Lyon, Michel Neyret, wird am Wochenende einem Haftrichter vorgeführt. Ihm wird Kokainhandel und Geldwäsche vorgeworfen. Neben Michel Neyret wurden auch der oberste Bekämpfer des organisierten Verbrechens in Lyon und zwei weitere ranghohe Polizeibeamte in Gewahrsam genommen.

Der Lyoner Anwalt David Metaxas hat viele Drogenkriminelle verteidigt und nennt die Festnahme des Polizeichefs heuchlerisch: “Man wirft Michel Neyret vor, dass er Kontakte zum organisierten Verbrechen hatte. Es wurde aber bei der Polizei schon immer mit dem organisierten Verbrechen zusammengearbeitet. Wo sollten denn sonst die Informationen herkommen, dass eine Lieferung Heroin anstand.”

Doch das Establishment in Frankreich ist schockiert.

Der französische Innenminister Claude Gueant begab sich eigens aus der Hauptstadt nach Lyon. Er erklärte: “Wenn er (Neyret) schuldig ist, dann wird das allen Polizisten im Land einen unglaublichen Schlag versetzen. Zu sehen, dass einer der ihren den rechten Weg verlassen hat, das tut weh.”

Der 55-jährige Michel Neyret galt bisher als unbescholten und streitet alle Anschuldigungen ab.