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Ein Jahr danach: Ungarns Giftschlamm-Katastrophe noch nicht ausgestanden

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Ein Jahr danach: Ungarns Giftschlamm-Katastrophe noch nicht ausgestanden

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Ein Jahr nach dem tödlichen Giftschlamm-Unfall in Ungarn wühlen die Anwohner immer noch im roten Dreck. Die Region ist weiterhin vergiftet. Doch sind die Schadstoffwerte, die die Umweltorganisation Greenpeace nun prüfen ließ, unter dem befürchteten Ausmaß geblieben. Die Umweltschützer warnen aber, dass in den ehemaligen Ostblockstaaten weiter viele ökologische Zeitbomben ticken. Sie machte mit einer Protestaktion an der Donau darauf aufmerksam.

“Die Region ist voll von Giftmülldeponien, legalen und illegalen, die eine Bedrohung für die Umwelt und die Menschen darstellen. Die Regierung hat also keine gute Arbeit in Sachen Prävention geleistet, aber beim Aufräumen war sie gut”, bilanziert einer der Greenpeace-Aktivisten.

Die Eigentümer der Aluminiumfabrik, in der damals ein Auffangbecken für Bauxitschlamm barst, weisen die Verantwortung von sich.

Der ungarische Umweltminister Zoltan Illes schließt eine Verstaatlichung des Konzerns nicht aus, denn: “Die Regierung hat ein Interesse daran, dass dieses Unternehmen weiterbesteht, ob in privater oder staatlicher Hand. Erstens geht es um 6.000 Arbeitsplätze, zweitens um die Marktanteile auf europäischer Ebene und weltweit.”

Am 4. Oktober 2010 hatte der rote Bauxitschlamm Dörfer und Äcker auf über 40 Quadratkilometern Fläche überflutet. Zehn Menschen starben im Giftschlamm. Der Aluminiumkonzern wurde zu einem Bußgeld von umgerechnet fast 500 Millionen Euro verurteilt, ficht das Urteil aber an.