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Libyen: Ein Jude auf den Spuren seiner Familie - und seines Volkes

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Libyen: Ein Jude auf den Spuren seiner Familie - und seines Volkes

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Die Synagoge steht noch, nur hineinzukommen ist nach Jahrzehnten nicht ganz leicht: Für David Gerbi aber wird damit ein Traum wahr. Er stammt aus einer Familie libyscher Juden und ist jetzt nach Tripolis zurückgekehrt.

1967 war er noch ein Junge, da wanderte seine Familie nach Italien aus: Es war ein schlechtes Jahr für die Beziehungen zwischen Juden und Arabern. Zwei Jahre später kam Muammar Gaddafi an die Macht: Er wies alle Juden aus Libyen aus, damals knapp vierzigtausend.

“Gaddafi wollte die Erinnerung an uns tilgen”, sagt David Gerbi; “die Sprache, den Glauben. Ich will ein Vermächtnis hierher zurückbringen: Die libyschen Juden sollen die Chance haben zurückzukehren.”

Auch wenn sie heruntergekommen ist: Die Hauptsynagoge in der Altstadt von Tripolis hat alles

überstanden. Gerbi will sie wieder herrichten: Vor vier Jahren, noch unter der Gaddafi-Herrschaft, hat er das schon einmal versucht, wurde aber festgenommen. Jetzt hofft er auf die Hilfe der Gaddafi-Gegner, die nun an der Macht sind.