Eilmeldung

Eilmeldung

Zwei Tage Frist: Massenexodus aus Sirte

Sie lesen gerade:

Zwei Tage Frist: Massenexodus aus Sirte

Schriftgrösse Aa Aa

Angesichts der immer verzweifelteren Lage in Gaddafis Geburtsstadt haben viele Bewohner die vom Übergangsrat angekündigte 48-Stunden-Feuerpause an diesem Wochenende genutzt, um sich in Sicherheit zu bringen. Doch selbst dann noch wurde geschossen, und am Nachmittag setzten die Truppen des Übergangsrates ihre Offensive fort.

“Die Lage hier ist extrem schlimm. Es gibt keinen Treibstoff, kein Essen, keine Medikamente, nichts. Und die Leute kommen wegen der vielen Gefechte und Bombardements hier kaum raus”, klagt ein Anwohner.

Das Internationale Rote Kreuz, das in einem Krankenhaus medizinische Hilfsgüter verteilte, sprach von einer schrecklichen Lage der Zivilbevölkerung und der Patienten. Verletzte stürben, weil Sauerstoffgeräte und Generatoren mangels Treibstoff ausfielen. Da auch das Krankenhaus beschossen worden sei, hätten die Rotkreuzmitarbeiter die Stationen nicht mehr besuchen können.

Die Gaddafi-Getreuen leisteten in Sirte weiterhin erbitterten Widerstand. Heckenschützen beschossen laut Medienberichten auch Zivilisten, die flüchten wollten.

Die NATO hatte nach eigenen Angaben am Samstag mehrere militärische Ziele in Sirte getroffen. Sie fürchtet Angriffe mit Waffen, die aus libyschen Militär-Depots verschwunden sind.