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Hat Spanien EU-Fischereisubventionen erschlichen?

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Hat Spanien EU-Fischereisubventionen erschlichen?

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Die gemeinsame Fischereipolitik funktioniert nicht und soll grundlegend reformiert werden. Eine am Wochenende veröffentlichte Reportage einer Gruppe namens Internationales Konsortium Investigativer Journalisten wirft nun Spanien, der bedeutendsten Fischereination Europas vor, massiv EU-Subventionen erschlichen zu haben. Im Europaparlament will man den Vorwürfen auf den Grund gehen.

Die schwedische Grünenabgeordnete Isabella Lönvin ist Autorin einer preisgekrönten kritischen Abrechnung mit der CFP und Mitglied im Fischereiausschuss:

“Angesichts der tiefen Wirtschaftskrise in der wir uns in Europa befinden, ist es in keiner Weise zu rechtfertigen, wenn Steuergelder für etwas ausgegeben werden, das dem Allgemeinwohl schadet.”

Der Präsident der Brachenvereinigung europêche,

Javier Garat, hält die Vorwürfe des Berichts dagegen für unzutreffend:

“Diese Beihilfen sind als Abwrackpremie konzipiert, um die Fangkapazitäten zu verringern und die sozialen Folgen abzufedern — die Journalisten haben da falsche Zahlen vorgelegt. Spanien hat seit 1986 seine Flotte von 21.000 Schiffen um fast die Hälfte verringert. Natürlich ist dabei auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Fischerei halbiert worden.”

Die EU-Kommission wollte sich zu konkreten Zahlen zunächst nicht äußern, machte aber die Richtung der Reformen klar. Oliver Drewes, der Sprecher von Fischereikommissarin

Maria Damanaki gegenüber euronews:

“Die Überfischung, die wir gegenwärtig betreiben, mit einer großen Anzahl Schiffe kleiner werdende Fischbestände zu fangen, kann so nicht weitergehen. Weder der Verbraucher, noch die Umwelt, noch, letztlich, die Fischerei verträgt das. Wir müssen dieses Gewerbe zukunftsfähig profitabel machen, so dass es wirklich funktioniert undzwar auf nachhaltige Weise.”

Bis 2013 soll eine nach diesen Prinzipien organisierte Fischereipolitik unter Dach und Fach sein.