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Amanda Knox auf dem Weg in die Freiheit

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Amanda Knox auf dem Weg in die Freiheit

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Nach vier Jahren hat die Amerikanerin Amanda Knox am Montag abend das Gefängnis im italienischen Perugia verlassen. Wie es hieß, wolle sie so rasch wie möglich in ihre Heimatstadt Seattle zurückfliegen. Zuvor musste sie jedoch noch auf eine Ausreiseerlaubnis warten, da ihr Pass mittlerweile abgelaufen war.

Ein Berufungsgericht hatte Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito vom Vorwurf des Mordes an der Britin Meredith Kercher freigesprochen. Kercher war 2007 mit durchschnittener Kehle in ihrer und Knox’ gemeinsamer Wohnung gefunden worden. In erster Instanz waren Knox und Sollecito schuldig gesprochen worden; das Berufungsgericht jedoch stellte fest, dass bei den Ermittlungen schwerwiegende Fehler gemacht worden seien. Allerdings muss Knox noch eine Geldstrafe bezahlen, da sie kurz nach ihrer Festnahme einen kongolesischen Barmann zu Unrecht beschuldigt hatte. Eine dreijährige Haftstrafe, zu der sie wegen Verleumdung ebenfalls verurteilt worden war, hat sie bereits abgesessen.

Die Familien von Amanda Knox und Raffaele Sollecito zeigten sich nach dem Urteilsspruch erleichtert. “Ich bin glücklich, dass Amandas Alptraum zu Ende ist”, sagte ihre Schwester Deanna. “Sie hat vier Jahre für ein Verbrechen gebüßt, das sie nicht begangen hat. Wir bedanken uns für die große Unterstützung, die wir erfahren haben.” Aber nicht alle begrüßen die Entscheidung des Berufungsgerichts: Vor dem Gerichtsgebäude spielten sich nach der Urteilsverkündung tumultartige Szenen ab; es gab es nicht nur Beifall, sondern auch Buh-Rufe von jenen, die nach wie vor an die Schuld der Amerikanerin glauben.