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Droht ein Handelskrieg zwischen USA und China?

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Droht ein Handelskrieg zwischen USA und China?

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Der US-Senat grub das Kriegsbeil aus und die chinesische Gegenseite verstand sofort: Mit Zöllen drohen die USA das auszugleichen, was sie als chronische Unterbewertung des chinesischen Yuan verstehen.

Mit überwältigender Mehrheit von 79 zu 19 sprachen sich die US-Senatoren dafür aus, eine derartige Gesetzesänderung zu diskutieren.

In einer konzertierten Aktion keilten die chinesische Zentralbank und das Außenhandelsministerium zurück: Wenn das durchgehe, dann drohe ein Handelskrieg zwischen den beiden führenden Volkswirtschaften der Welt.

Der demokratische US-Senator Chuck Schumer, ein bedingungsloser Anhänger deregulierter Finanzmärkte erklärte:

“Eines ums andere Mal verhält sich China merkantilistisch, schlicht und einfach. Sie halten sich an die Regeln des freien Handels, wenn es ihnen nutzt und lassen die Regeln des freien Handels fallen, wenn es ihnen passt.”

“Merkantilist”, das ist für Ökonomen kein Kompliment – so einer sucht nach seinem Vorteil, auch wenn der Nachbar dabei vor die Hunde geht.

Wer das in diesem Fall sein würde, kann keiner vorhersagen: Ein billigerer Dollar brächte den USA zwar mehr Export und damit Jobs. Aber größter Gläubiger der USA ist ausgerechnet China, man kann auch sagen, seine Bank.

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds werden die Chinesen bis 2015 bereits ein Drittel aller US-Staatsanleihen besitzen – gesetzt den Fall, sie sind dann noch bereit, sie zu kaufen.