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Deutschland gibt Schädel aus der Kolonialzeit an Namibia zurück

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Deutschland gibt Schädel aus der Kolonialzeit an Namibia zurück

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Deutschland hat zwanzig Schädel aus dem Namibia der Kolonialzeit zurückgegeben. Das Flugzeug mit den Schädeln kam heute in Namibia an, wo es schon

von tausenden Menschen erwartet wurde.

Die Schädel lagen seit über hundert Jahren in Berlin, zuletzt in der Charité-Klinik. Damals war Namibia deutsche Kolonie; ein Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Zehntausende Mitglieder der Völker der Herros und der Namas kamen dabei ums Leben.

Außerdem wurden hunderte Schädel zur Rassenforschung nach Deutschland gebracht. Nach wie vor liegen viele von ihnen in deutschen Universitäten.

Eine Entschuldigung für die damaligen Verbrechen lehnt Deutschland ab. Bei der offiziellen Übergabe am Freitag war erneut nur von “moralischer und historischer Verantwortung” die Rede, von “tiefem Bedauern” und von “Scham”.

Namibia will jedoch eine offizielle Anerkennung der Taten als Völkermord, verbunden mit Reparationszahlungen. 2004 hieß es schon von deutscher Seite: “Die damaligen Gräueltaten waren das, was heute als Völkermord bezeichnet würde (…)”. Eine offizielle Anerkennung des Völkermords war aber auch damit nicht verbunden.