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EU-Brasilien-Gipfeltreffen in Brüssel

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EU-Brasilien-Gipfeltreffen in Brüssel

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Eine der Ursachen der weltweiten Schuldenkrise ist nach Ansicht der brasilianischen Staatschefin Dilma Rousseff die mangelhafte Regularisierung des Finanzsystems. Die erst seit einigen Monaten als Staatschefin amtierende Rousseff nahm zum ersten Mal an einem Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und Brasilien teil, bei dem ein neues bilaterales Abkommen unterzeichnet wurde.

“Die Politik der Rettung von Finanzinstitutionen führte in den meisten entwickelten Ländern zu hohen Staatsschulden”, fügte die Präsidentin Brasiliens in Brüssel hinzu. An dem Treffen nahmen seitens der EU unter anderem der Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy und die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik Catherine Ashton teil. Auch warnte Rousseff vor einer Rezession mit hoher Arbeitslosigkeit und Sozialabbau. “Was das Management von Bankliquiditäten und des Kapitals anbelangt, sind wir vorsichtig”, so Ivan Monteiro von der Banco do Brasil. “Andererseits unterstützen wir Unternehmer und produktive Aktivitäten. Das ist, was uns von anderen unterscheidet.” Mit anderen Worten: Zur Ankurbelung der Wirtschaft befürwortet Brasilien staatliche Konjunkturprogramme. Die Europäer aber stehen solchen sehr skeptisch gegenüber, denn die Kassen sind in vielen Ländern leer und die Defizite hoch. Die EU ist der größte Handelspartner Brasiliens, 40 Prozent der von der EU getätigten Investitionen fließen nach Brasilien. Doch was die Finanzkrise anbelangt, scheint der lateinamerikanische Riese eher daran interessiert zu sein, das globale Wirtschaftssystem zu reformieren, als mit Eigenmitteln die Schulden Europas zu mindern.