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EU will Handel mit Derivaten überwachen

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EU will Handel mit Derivaten überwachen

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Im Zusammenhang mit der Athener Schuldenkrise haben die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen in Luxemburg keine neuen Beschlüsse gefasst. Doch die Europäische Union will Spekulanten an den Finanzmärkten künftig stoppen. Der Handel mit riskanten Derivaten und Kreditausfallversicherungen soll überwacht werden. Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier erläuterte, worum es sich bei Derivaten handelt: “Derivate sind finanzielle Termingeschäfte, wie sie beispielsweise Unternehmen tätigen, um sich gegen die Schwankungen der Wechselkurse oder der Rohstoffpreise wie Erdöl zu schützen. Wir wissen, dass diese Produkte den Finanzakteuren helfen, ihre Risiken besser zu verwalten. Doch in einigen Fällen handelt es sich um Instrumente für Spekulationen.” Nach anfänglichem Widerstand stimmte auch Großbritannien der stärkeren Aufsicht des Handels mit Derivaten zu. Die Briten fürchten um ihren Finanzplatz London. Doch nicht nur darum ging es in Luxemburg, den Anliegen der Finanzminister ist die Konsolidierung der Haushalte, um eine neue Rezession zu vermeiden. Doch einige Länder wollen nach all den Sparauflagen eine Debatte darüber beginnen, welche Strategien notwendig sind, um das Wachstum wieder anzukurbeln. Die spanische Finanzministerin Helena Salgado meinte zur Frage, nach mehr Wachstum: “Es sieht aus, als müssten die Staaten, deren wirtschaftliche Situation besser ist, die globale Nachfrage ankurbeln. Doch – ich betone – das ist eine Entscheidung, die jede Regierung selbst treffen muss.” Der italienische Finanzminister Giulio Tremonti schließlich brachte die Eurobonds ins Gespräch: “Wachstum gibt es weder nur auf der Grundlage der Binnenmarktnachfrage nach Konsumgütern, noch allein auf der Grundlage von Exporten, denn das wäre unsicher. Hinzukommen sollte ein dritter Weg – die öffentlichen Ausgaben. Dieser Gedanke liegt den Eurobonds zugrunde.” Den in Luxemburg vorgeschlagenen Regeln zum Handel mit Derivaten muss nun das Europaparlament zustimmen. In Kraft treten könnten sie Mitte des nächsten Jahres.