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Knox-Verteidiger: "Es gibt keine Gewinner"

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Knox-Verteidiger: "Es gibt keine Gewinner"

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Die vom Vorwurf der sexuellen Gewalt und des Mordes freigesprochene Amerikanerin Amanda Knox hat Italien verlassen. Am Montag hatte ein Berufungsgericht in Perugia Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito nach vier Jahren Haft auf freien Fuß gesetzt. Der Ivorer Rudy Guede sitzt für den Mord an der britischen Studentin Meredith Kercher eine 16-jährige Haftstrafe ab.

Carlo della Vedova, ein Anwalt der Amerikanerin, erklärte, trotz des Freispruchs gebe es in diesem Fall keine Gewinner: “An der Tragödie, dass ein junges Mädchen getötet wurde, hat sich nichts geändert. Auch nicht daran, dass zwei junge Menschen grundlos vier Jahre im Gefängnis saßen. Außerdem gibt es noch einen Mann, der für die Tat momentan in Haft ist. Bei so einer Tragödie gibt es nur Verlierer. Die Medien haben dies in ihrer Berichterstattung oft vergessen.”

In einem ersten Prozess waren Amanda Knox und ihr damaliger Freund wegen Mordes an Meredith Kercher zu 26 beziehungsweise 25 Jahren Haft verurteilt worden. Die Anklage hatte argumentiert, dass Knox, ihr Freund und Guede, ein Drogendealer aus der Elfenbeinküste, Kercher bei Sexspielen töteten, bei denen das Opfer nicht machen wollte.

Vor dem Gerichtssaal riefen am Montag abend nach dem Freispruch viele Menschen “Schande, Schande”.