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Die Griechen gehen auf die Barrikaden

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Die Griechen gehen auf die Barrikaden

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Aus Protest gegen den Sparkurs der Regierung haben die staatlichen Angestellten Griechenland lahm gelegt.

Tausende gingen in Athen auf die Straße, wütend über die geplanten Massenentlassungen im öffentlichen Dienst.

Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens zwei Menschen verletzt. In Athen waren rund tausend Polizisten im Einsatz.

Die Regierung will 30.000 Staatsbedienstete entlassen und außerdem in den kommenden Monaten 6,5 Milliarden Euro einsparen.

Die Demonstranten klagen, dass die Kürzungen nur die kleinen Leute und nicht die Reichen träfen.

Die Flughäfen waren durch den Streik still gelegt, sämtliche Flüge von und nach Griechenland wurden abgesagt.

Auch die Züge fuhren nicht und die Busfahrer legten für drei Stunden ihre Arbeit nieder. Ministerien, Schulen, Gerichte und staatliche Behörden blieben geschlossen. In den Krankenhäusern behandelten die Ärzte nur Notfälle.

Der Beamte Dimitris Kizilis ist unzufrieden: “Seit die Regierung das Sparpaket beschlossen hat, wurde das Gehalt der öffentlichen Angestellten gekürzt. Die Griechen, sei es im privaten oder im öffentlichen Sektor, können nun gegen die Sparmaßnahmen kämpfen. Wir sind nicht damit einverstanden, nur zu gehorchen, um unser Land zu retten. Wir die Arbeiter schreiten zur Tat, das ist der wahre Patriotismus.”

Jüngsten Umfragen zufolge sind die Griechen eher pessimistisch, für vier von fünf Befragten ist der Staatsbankrott unausweichlich.

Die Gewerkschaften des privaten und öffentlichen Sektors haben für den 19. Oktober einen Generalstreik angekündigt.