Eilmeldung

Eilmeldung

Himmlische Gesänge in Umbrien

Sie lesen gerade:

Himmlische Gesänge in Umbrien

Schriftgrösse Aa Aa

Es ist ein Meisterwerk der Vokalmusik der Renaissance: Das Requiem des spanischen Komponisten Tomás Luis de Victoria hat die 66. Ausgabe des Festivals Sakraler Musik in Umbrien beendet. Es ist eines der ältesten Events in Italien, das sich der klassischen Musik widmet.

Das weltbekannte britische Ensemble Tallis Scholars, dass sich auf sakrale Musik spezialisiert hat, spielte unter dem Taktstock von Peter Phillips, dem Gründer der Gruppe. “Das Viktoria Requiem ist ein ultimatives Stück. Es beschäftigt sich mit den großen Tiefen und es ist eine Mischung aus einer wunderschönen Oberfläche und einer großen Tiefe. Es bringt eine Art von Ruhe hervor, die die modernde Welt nicht hat. Somit werden die Menschen aus ihrem Leben heraus geholt und in einer ruhigeren Raum versetzt.”

Altistin Caroline Trevor erklärt: “Die Musik an sich ist mächtig genug, um eine bedeutungsvolle Interpretation zu ermöglichen, ob die Sänger daran glauben oder nicht. Ich denke, sie können an die Musik glauben, ohne zwangsläufig an die Worte zu glauben… aber es könnte helfen, auch an die Worte zu glauben.”

14 Konzerte in neun Tagen – sie alle finden traditionsgemäß in den spektakulärsten Kirchen Umbriens statt – wie hier in der St. Peter Basilika in Perugia.

Der künstlerische Direktor Alberto Batisti unterstreicht: “Ich denke, heute Abend werden die Zuschauer die große Schönheit des Victoria Requiems entdecken. Das Werk stellt das Ende der Vokalmusik in der Renaissance dar. Der Konzertort ist das perfekte, architektonische, artistische und visuelle Gegenstück zu der Musik, die gesungen wird.”

Der Direktor des Festivals ist ein kultivierter, unkonventioneller Gelehrter, der keine Angst davor hat, die sinnlosen Mythen, die die Welt der Musik umgeben, zu zerstören. “Eine irre, perfide Idee zirkuliert in den Medien, wonach Musik etwas sein sollte, dass im Hintergrund dudelt, ein angenehmer Begleiter des Alltags ist und nicht eine Sprache, die eine Geschichte erzählt, egal wie abstrakt es auch sein mag und die vom komplexen Denken ebenso wie von der Seele hervorgerufen wird.”

_______________

In diesem Beiträg können Sie Ausschnitte aus “Officium Defunctorum” von Tomás Luis de Victoria.

Ein spezieller Dank geht an die ‘Fondazione per l’Istruzione Agraria in Perugia’ und den Benediktiner Orden, der die Drehgenehmigung für die St. Peter Basilika erteilt hat.