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Trichet gibt seine letze Pressekonferenz

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Trichet gibt seine letze Pressekonferenz

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Finanzkrise, Rezession, Schuldenkrise: Nach acht Jahren an der Spitze der Europäischen Zentralbank gibt Jean-Claude Trichet seinen Posten Ende des Monats turnusgemäß an den Italiener Mario Draghi ab. Trichet stand immer wieder vor extrem heiklen und wegweisenden Entscheidungen – und stieß auch Kritiker von allen Seiten vor den Kopf. Er gilt als überzeugter Europäer mit viel diplomatischem Geschick, der die Fäden gern hinter den Kulissen zieht.

Nach der letzten Sitzung des EZB-Rates unter seinem Vorsitz sagte Trichet, das sei auch seine letzte Pressekonferenz. Er erinnere sich noch an seine erste vor acht Jahren, als sei es gestern gewesen. Man habe sich nie in ruhigen Gewässern bewegt, sondern vier Jahre lang nun turbulente Strömungen erlebt; Stürme, unerwartete Hurrikane. Trichet bedankte sich bei den Journalisten dafür, dass es heute üblich sei, dass die EZB ihre Entscheidungen öffentlich begründen könne.

Als “Feuerwehrmann” musste Trichet Brände löschen, auch weil die Politik nicht schnell genug handeln konnte. Dabei brach der EZB-Rat unter Führung des 68-jährigen Franzosen auch Tabus. Als Sündenfall gilt der Kauf von Anleihen europäischer Schuldenstaaten – weil die Notenbank damit für die unsolide Politik der Regierungen geradesteht.