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Besuch in Athen: Rösler will Griechenland für Investoren attraktiver machen

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Besuch in Athen: Rösler will Griechenland für Investoren attraktiver machen

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Die einen streiken, die anderen spielen Theater – und haben den Buhmann schnell ausgemacht: Eine griechische Bürger- und Künstlertruppe rechnet auf ihre Weise mit den Deutschen ab, die Griechenland in der Schuldenkrise Druck und Vorhaltungen machen. Nahe der deutschen Botschaft in Athen führte die Truppe ein Straßentheater auf, das mit Hitlerschnauzbart und SS-Uniformen die üblichen Klischees bedient. Gleichzeitig verweisen die Akteure auf Verbrechen der Nazis in Griechenland im Zweiten Weltkrieg und die griechischen Entschädigungsforderungen.

Der Filmemacher und Organisator des Spektakels, Dimitris Kollatos schimpft: “Deutschland hat die Macht über Griechenland übernommen. Unsere Großväter und Väter haben gegen die Deutschen gekämpft, und jetzt kommen die Deutschen und kaufen Griechenland zu Spottpreisen auf. Das ist keine Privatisierung, das ist der Ausverkauf unseres Landes. Und dazu sagen wir nein.”

Just derweil besucht der deutsche Wirtschaftsminister Athen zwei Tage lang mit einer großen Wirtschaftsdelegation. Philipp Rösler will Griechenland dabei unterstützen, attraktiver für ausländische Investoren zu werden. Die deutsche Wirtschaft soll den Griechen insbesondere beim Ausbau der Solarindustrie unter die Arme greifen. Rösler hält dafür aber mehr Rechtssicherheit und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren in Griechenland für nötig. Er sprach sich dafür aus, dass Griechenland zur Finanzierung von Projekten eine Förderanstalt ähnlich der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau einrichtet.