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Donald Tusk vor Wiederwahl

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Donald Tusk vor Wiederwahl

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38 Millionen Polen sind am Sonntag aufgerufen die 460 Abgeordneten des Sjem und 100 Senatoren zu wählen. Beobachter gehen von einer niedrigen Wahlbeteiligung aus. Viele Wähler erwarten einen knappen Wahlausgang: “Es wird eine Überraschung geben. Erst spät wird der Wahlausgang feststehen, es wird ein Kopf-an-Kopfrennen zwischen Bürgerplattform und Recht und Gerechtigkeit”, glaubt Irena Makarewicz.

Ministerpräsident Donald Tusk von der liberalkonservativen Bürgerplattform (PO) könnte als erstem Regierungschef seit Ende des Kommunismus die Wiederwahl gelingen. Ein starkes Wirtschaftswachstum von vier Prozent kann er zu seinen Gunsten verbuchen. Allerdings hat er Schwierigkeiten seine Anhänger zu mobilisieren.

Der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Oppositionsführer Jarosław Kaczyński gelingt die Wählermobilisierung traditionell besser. Allerdings hat sich Kaczyński mit seinen antideutschen Ausfällen offenbar selbst geschadet. Verhalfen ihm anti-deutsche Bemerkungen vor sieben Jahren noch zur Macht, stellen diesmal Meinungsforscher darob schwindende Unterstützung für Kaczyński fest.

In seinem gerade veröffentlichten Buch “Das Polen unserer Träume” hatte Kaczyński Deutschland eine “imperiale Politik” gegenüber Polen vorgeworfen. Mit seinen Investitionen bereite es eine Abspaltung Schlesiens und Pommerns vor. Angela Merkel, die sich gut mit Tusk versteht, unterstellte er, “unter nicht ganz sauberen Umständen” gewählt worden zu sein. Fünf ehemalige Außenminister warfen darauf in einem offenen Brief Kaczyñski vor, dem Ansehen Polens in der Welt zu schaden. Staatspräsident Bronislaw Komorowski forderte ihn auf, sich formell bei der Bundeskanzlerin zu entschuldigen.

Um 21 Uhr am Sonntag berichtet euronews live über den Wahlausgang in Polen.