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"Ägypter, hört nicht auf Gerüchte"

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"Ägypter, hört nicht auf Gerüchte"

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Nach tödlichen Strassenschlachten in Kairo und Alexandria versucht Ägyptens Regierung, den Schaden zu begrenzen. Er sei im Gespräch mit Militärs und religiösen Gruppen, so Ministerpräsident Essam Sharaf. Das Kabinett trifft sich zu einer Dringlichkeitssitzung.

In Kairo waren mindestens 24 christliche Demonstranten bei Straßenschlachten zwischen Kopten, Muslimen und Sicherheitskräften ums Leben gekommen. Augenzeugen sprechen von 17 Menschen, die von Militärfahrzeugen zerquetscht worden seien. Mehr als 200 Personen wurden verletzt.

Entzündet hatte sich die Gewalt an einer zunächst friedlichen Demonstration, bei der rund 2000 koptische Christen gegen einen Brandanschlag radikaler Muslime auf eine Kirche im Süden des Landes protestierten.

Ministerpräsident Essam Sharaf:

“Von hier aus fordere ich alle Ägypter auf, nicht auf Gerüchte zu hören und nicht auf Verleumdungen zu reagieren. Als Ergebnis all dieser Ereignisse ist der Staat in Gefahr. Ganz offenkundig beschädigen sie die Nation und ihren Handlungsspielraum.”

Auch in der Küstenstadt Alexandria gingen die Menschen auf die Straße.

Radikale Muslime der sogenannten Salafisten-Bewegung haben den Gewaltausbruch verurteilt.

Rund zehn Prozent der etwa 80 Millionen Ägypter sind Christen.

Koptische Christen hatten auch schon unter dem abgesetzten Präsidenten Hosni Mubarak

über Diskriminierung geklagt. Jetzt treibt sie die Sorge um, ihr Staat könnte unter dem Einfluss der Muslimbruderschaft “islamisiert” werden.

mit Reuters, afp