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Hoher Preis für Israel: 1027 gegen einen

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Hoher Preis für Israel: 1027 gegen einen

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Nach fünf bangen Jahren können die Eltern des im Gazastreifen verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit voraussichtlich schon kommende Woche ihren Sohn in die Arme schließen. Israels Präsident Schimon Peres empfing sie wenige Stunden, nachdem der Deal zwischen Israel und der Hamas bekannt geworden war. Israel tauscht für eine einzige Geisel mehr als tausend palästinensische Häftlinge aus. Die Übereinkunft war maßgeblich durch deutsche und ägyptische Vermittlung zustande gekommen.

Sie hätten so lange auf diesen Tag gewartet, und hofften nun, dass ihr Sohn zu einem normalen Leben zurückfinden könne, erklärte Vater Schalit beim Treffen mit Peres. Sein Sohn war 2006 im Alter von gerade mal neunzehn Jahren verschleppt worden.

1027 Palästinenser sollen im Gegenzug aus israelischen Gefängnissen freikommen. Der Austausch soll in der nächsten Woche beginnen in in zwei Stufen durchgeführt werden. Im Gazastreifen wurde der Deal gefeiert. Doch manche Angehörige bleiben skeptisch – zur Vorsicht:

Sie werde es erst glauben, wenn ihr Sohn und all die anderen Häftlinge wirklich frei seien, denn die Israelis seien oft ausweichend, meint eine palästinensische Mutter.

Demonstranten im Westjordanland forderten die Freilassung weiterer Häftlinge: Mehrere tausend Palästinenser sitzen in israelischen Gefängnissen. In Israel gab es positives Echo, aber auch die Sorge, dass mit dem Austausch weitere Geiselnahmen ermutigt werden. Medien spekulierten darüber, dass Regierungschef Netanjahu damit die nationale Einheit stärken will, bevor er sich mit dem Iran und dessen Atomprogamm militärisch befasst.