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Auf den Tag genau vor einem Jahr - das Wunder von Copiapó

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Auf den Tag genau vor einem Jahr - das Wunder von Copiapó

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Am 13. Oktober 2010 wurden 33 Kumpel, die am 5. August in der Mine von San José in der Nähe der chilenischen Stadt Copiapó verschüttet worden waren, aus 700 Metern Tiefe gerettet. Die Rettung nach 69 Tagen unter Tage gilt als ein Wunder, das Wunder von Copiapó. Zunächst waren nämlich alle Rettungsversuche erfolglos geblieben, und man hielt die Grubenarbeiter im Alter zwischen 19 und 64 Jahren – darunter der ehemalige Fußballspieler Franklin Lobos – für verloren. 17 Tage nach dem Unglück brachte aber ein Bohrer ein Lebenszeichen der Männer ans Tageslicht, die Nachricht eines Bergmanns an seine Familie – er hatte auf einen Zettel geschrieben: “Uns 33 geht es im Schutzraum gut.”
Durch das Bohrloch, durch das der Zettel nach oben geholt worden war, wurden die Bergleute mit Medikamenten und später auch mit Unterhaltungs- und Kommunikationsmitteln versorgt, man versuchte, die Männer bei Laune zu halten, Depressionen zu vermeiden. Fernsehbilder der heldenhaften Kumpel, die sich in dem Schutzraum organisierten, gingen um die Welt. Zunächst glaubten die Rettungskräfte, die Verschütteten müssten mindestens drei Monate ausharren. Stärkere Bohrgeräte wurden aus dem Ausland herangeschafft, und dann ging alles schneller als erwartet. Am 13. Oktober wurden die Bergleute einer nach dem anderen mit der Rettungskapsel Phönix2 nach oben geholt. Die Rettungsaktion wurde rund um die Welt – auch von euronews – in stundenlangen LIVE-Reportagen übertragen. Chiles Präsident Sebastian Piñera begrüßte die Geretteten persönlich.
Doch ein Jahr später geht es den meisten Helden von Copiapó nicht besonders gut. Die Frankfurter Allgemeine zitiert einen der Bergleute, sieben der 33 Kumpel seien noch krankgeschrieben, mental gut gehe es keinem, und die Zeitung titelt “Chile: Schlaflos, verschuldet und ohne Arbeit”: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/chile-schlaflos-verschuldet-und-ohne-arbeit-11489781.html. Einige der Kumpel arbeiten heute wieder unter Tage, doch die meisten sind arbeitslos. Das Schicksal der einzelnen Helden von Copiapó schildert die “Basler Zeitung im Internet in einer Bildstrecke”: http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/So-geht-es-den-Kumpel-heute/story/15106534.

Auch an einem 13. Oktober: Baubeginn des White House in Washington (1792), Greenwich in London wird Nullmeridian maßgeblich für die Weltzeit – GMT, Greenwich Mean Time – (1884), Ankara wird Hauptstadt der Türkei (1923), Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut auf dem Flug von Palma nach Frankfurt durch Palästinenser (1977), Ban Ki-Moon wird zum Generalsekretär der UN gewählt (2006)

Am 13. Oktober geboren: Yves Montand (1921-1991), Margaret Thatcher (1925), Nana Mouskouri (1934), Christine Nöstlinger (1936), Paul Simon (1941), Anne Bennent (1963).