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Boden-Luft-Raketen aus dem Bauchladen

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Boden-Luft-Raketen aus dem Bauchladen

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Im Prozess gegen den mutmaßlichen Waffenhändler Viktor Bout (44) hat die New Yorker Staatsanwaltschaft offiziell Anklage gegen den früheren Sowjetoffizier erhoben. Bout wird “Verschwörung zur Ermordung von US-Staatsbürgern” vorgeworfen. Dafür drohen mindestens 25 Jahre Haft.

Laut Anklage hat er mit der Lieferung von Sprengstoff, Kalaschnikows und Panzerfäusten in Konfliktgebiete Millionen verdient und sich am Tod Tausender Menschen mitschuldig gemacht.

John Coffee, Experte für US-Prozessrecht, zur möglichen Verteidigungsstrategie:

“Je mehr er sich als professioneller Waffenhändler darstellt, desto mehr schwindet das Mitgefühl der

Geschworenen. Es bringt also nicht wirklich was, ihnen zu sagen:” Ich bin einer der größten Waffenhändler der Welt und ich kann Ihnen alles sagen über korrupte Aktivitäten hinter den Kulissen in den Vereinigten Staaten und Russland. Vielleicht ganz interessant. Aber nicht sehr effektiv gegenüber einer Jury, die wahrscheinlich denkt – dieser Mann gehört hinter Gitter.”

Bout war 2008 in Bangkok festgenommen worden.

Dort soll er US-Agenten, als kolumbianische Rebellen getarnt, Boden-Luft-Raketen angeboten haben, mit denen man amerikanische Flugzeuge abschießen könne.

mit dpa, AP, Reuters, afp