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Britischer Verteidigungsminister stolpert über Trauzeugen

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Britischer Verteidigungsminister stolpert über Trauzeugen

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Der britische Verteidigungsminister Liam Fox ist zurückgetreten. Er habe fälschlicherweise “persönliche Interessen mit seinen Regierungsaktivitäten vermischt”, schrieb er in seinem Rücktrittsgesuch. Fox stand in der Kritik, weil er seinen früheren Mitbewohner und Trauzeugen Adam Werritty auf Dienstreisen mitnahm und ihm tiefe Einblicke in die Regierungsarbeit gewährte. Werritty gab sich auf seinen Visitenkarten als Berater des Ministers aus, hatte diese Funktion aber offiziell nie inne.

Premierminister David Cameron stellte sich hinter Fox: Es sei richtig, die Fakten in Ruhe zu untersuchen, statt übereilt zu urteilen. Er verstehe, dass Fox zurücktrete, aber er bedaure dies, denn Fox habe gute Arbeit geleistet. Er habe das Durcheinander der Vorgänger im Verteidigungsministerium geordnet und das Haus gut geführt, vor allem beim Engagement in Libyen und in Afghanistan.

Werritty begleitete Fox auf Reisen, bei denen es auch um Rüstungsaufträge ging. Ob der Unternehmer und Lobbyist durch die Verbindung Vorteile oder Einfluss gewann, wird geprüft. Das Ministerium soll nun von Verkehrsminister Philip Hammond übernommen werden. Der Nachfolger hat die Reform der Armee und die Einsparungen im Militärhaushalt zu meistern, die Fox bereits angestoßen hatte.